|
war groß, Eichenbergs Auftritt
war aber nicht ganz perfekt.
Denn: Einen Punkt konnte
er nicht erzielen. Doch der
Show-Effekt kam beim Publikum
gut an.
Sportlich aber war der slowakische
Nationalspieler Thomas
Keinath der alles überragende
Mann des Tages. Sein
Weg im Hauptfeld führte nach
klaren Siegen über Angstgegner
Gao Peng (TTC Gnadental,
Oberliga), gegen den „Keini“
zuletzt fünfmal verlor, und Mu
Hao (DJK Stuttgart, 2. Bundesliga)
ins Endspiel, wo Jörg Roßkopf
wartete. „Rossi“ kämpfte
Romulus Revisz (TSG Steinheim,
Regionalliga) und Evgeni
Chtchetinine (UMMC Ekaterinburg,
1. Liga Russland) nieder.
Im Endspiel, in dem Show-Einlagen
im Vergleich zum Vorjahr
rar waren, hatte Keinath
nur wenig Mühe, um den 42-
jährigen Tischtennis-Weltmeister
von 1989 mit 3:0 zu besiegen
und sich bei seiner Turnier-
Premiere die Siegerehren
abzuholen. Dennoch boten die
beiden Vollblut-Sportler einen
tollen Wettkampf.
Qualifikation
Kalle Simon (TTC Richelsdorf,
Bezirksoberliga) ist der
einzige Spieler, der sich bereits
zum zweiten Mal für das
Hauptfeld qualifizierte. Mit
ihm, der 15 Jahre lang in Reichensachsen
aufschlug, sprangen
zudem Julian Ramos (SSV
Landsberg, Regionalliga), Stefan
Englich (TTC Calden-Westuffeln,
Bezirksoberliga), Sven
Happek (TTSF Hohberg) und
der gebürtige Eschweger René
Menda (DJK Münster, Lucky Loser)
ins Feld der Profis. Ramos
und Happek blieben im Quali-
Feld mit 14 Teilnehmern ohne
Niederlage, über die Trostrunde
lösten Englich und Simon
ihre Tickets. Bester heimischer
Vertreter wurde Harald Krones
aus Reichensachsen, der jedoch
Simon unterlag. Schmerzhaft
der Auftritt von Timo Beck (Albungen),
der sich auf dem Weg
ins Hauptfeld während eines
Spiels einen Bänderriss zuzog.
Auch für Stefan Börner, Ralf
Lenze, Gerrit Kimpel und André
Ludwig war die Konkurrenz zu
stark. Im Hauptfeld überstand
nur Happek die erste Runde.
Karl Simon und Stefan Englich
unterlagen Revisz und Gao
Peng, Menda scheiterte an Ramos,
für den dann gegen Mu
Hao Endstation war.
davon.
Ein unerwarteter Gastauftritt
rückte Zuschauer und Turnier-
Mithelfer Günther Eichenberg
ins Rampenlicht. Während
des Endspiels entwickelten
sich immer wieder Dialoge
zwischen Spieler Jörg Roßkopf,
dem amtierenden Nationaltrainer,
und dem Publikum. Und
als auf einen leichten Fehler
Roßkopfs der Zwischenruf
„Das kann ich aber auch“ folgte,
nutzte Roßkopf diese Steilvorlage
und bat den Zuschauer
an den Tisch. Eichenberg ließ
sich nicht zweimal bitten,
spielte mit „Rossis“ Schläger
gegen Bundesligaprofi Thomas
Keinath. Das Gelächter auf den
Rängen ob des Mutes Eichenbergs
und der Spontanität Roskaum
zu überbieten war, sorgte
der 23-jährige Student aus
Baden-Baden gegen den chilenischen
Nationalspieler Matias
Contreras (1. FSV Mainz 05, Regionalliga)
für die erste große
Sensation, gewann mit 3:1.
Doch nur wenige Augenblicke
später folgte der eigentliche
(fast) Kracher des Tages. Nach
einer nahezu perfekter Leistung
führte Happek gegen
Evgeni Chtchetinine, den aktuellen
Weltranglisten-64. und
einen der besten Abwehrspieler
der Welt, überraschend mit
2:0 und riss das Publikum mit
sich. Doch mit 11:8 im Entscheidungssatz
kam der haushohe
Favorit, der erst am Vortag
aus Russland angereist war,
noch mit einem blauen Auge
V
ON NICO BECK
REICHENSACHSEN.
Ein Blick
in die Gesichter der rund 250
Zuschauer beim 2. internationalen
von Eon Mitte präsentierten
VR-Bank-Tischtennis-
Cup verriet alles: Die Besucher
fieberten während der Ballwechsel
kräftig mit, waren
sichtlich angespannt, drückten
Daumen und ließen ihren
Emotionen am Ende vieler
schier unglaublicher Ballwechsel
freien Lauf. Zumeist endete
dies in tosendem Beifall. Die
Bewunderung über die spektakulären
Leistungen der Akteure
war groß, die Gäste immer
wieder tief beeindruckt und
das regionale Tischtennis-
Großereignis damit ein absoluter
Erfolg. Den Sieg verbunden
mit 500 Euro Preisgeld sicherte
sich Bundesligaspieler Thomas
Keinath im Endspiel gegen Jörg
Roßkopf, der wie schon im
Vorjahr Vizemeister wurde.
Happek reißt Besucher mit
Zweimal erlebte die Stimmung
in der Halle aber ihren
Höhepunkt. Und die hauptverantwortlichen
Protagonisten
waren weder Nationalspieler
wie Thomas Keinath, Weltmeister
wie Jörg Roßkopf oder
Europameister wie Evgeni
Chtchetinine. Ganz im Gegenteil.
Qualifikant Sven Happek
und der 65-jährige Zuschauer
Günther Eichenberg sorgten
für enthusiastischen Jubel.
Happek, der als Sieger der Qualifikation
ins Profi-Feld einzog,
bot Tischtennis vom Feinsten.
Mit seiner leidenschaftlichen
Spielweise, die an Vielfalt
„Wurde zweimal
überfallen“
S
onntag hattest du ein
Bundesligaspiel, Montag
bist du in Reichensachsen,
Dienstag beim Pokalspiel.
Stellen Turniere eine angenehme
Abwechslung oder eher zusätzliche
Belastung für dich
dar?
K
EINATH: Ich spiele sehr gerne
Turniere und brauche insgesamt
auch viele Spiele, um
mein Level zu halten. Daher
ist das absolut okay und
macht mir auch viel Spaß.
Am Wochenende steht die Europameisterschaft
in Danzig
an. Du wirst mit der Slowakei
auf Deutschland treffen. Ein besonderes
Spiel?
K
EINATH: (schmunzelt) Natürlich,
ich habe ja selbst viele
Jahre für die deutsche Nationalmannschaft
gespielt. Und
eine Woche später spiele ich
mit meinem Bundesligaverein
gegen Hanau, wo ich geboren
bin. Es stehen also ganz besondere
Wochen an.
Wieso spielst du eigentlich für
die Slowakei?
K
EINATH: In Deutschland war
ich nur die Nummer fünf oder
sechs. Aber um mir meinen
großen Traum, einmal bei den
Olympischen Spielen dabei zu
sein, zu erfüllen, muss ich zu
den besten drei gehören. Das
war in Deutschland nicht
möglich. Im April ist das Qualifikationsturnier
für die
Olympiade 2012 in London.
Du wirst „Tischtennis-Weltreisender“
genannt. Wieso?
K
EINATH: Ich habe schon in
über 40 Ländern auf Turnieren
gespielt. Das Reisen macht
mir sehr viel Spaß und ich
habe überall Freunde, auf der
ganzen Welt.
Und dennoch kommst du immer
wieder gerne nach Hanau
zurück?
K
EINATH: Ja, es ist meine Heimat.
Hast du auf deinen Reisen auch
Außergewöhnliches erlebt?
K
EINATH: Insgesamt hatte ich
viel Glück, aber in Brasilien
wurde ich von Räubern und in
Prag von einem Taxifahrer mit
einem Messer bedroht. In
Miami wurde mein Auto komplett
ausgeräumt. Samt Schläger.
(nic)
Thomas Keinath
(34):
slowakischer
Nationalspieler,
derzeit
Weltranglistenplatz
72
Thomas Keinath gewinnt die US open 2011 im Juli.

With his trademark cartwheel-style flips and
his animated fist-pumps (accompanied by a
hall-echoing “YAAAAA”) everyone in the
venue knows when Thomas Keinath steps
onto the court. He is high energy during the
points, with an aggressive topspin attack from
both wings; and he is high energy between
the points, continually moving his feet and
shifting his weight and often jogging in place
or in small circles until just before each point
begins. His animated actions and reactions
throughout the match keep the attention of the
room and make him a crowd favorite as his
high energy personality brings attention from
spectators throughout the tournament venue.
Keinath is perpetual motion at the table.
One of Keinath’s personal mottos is, “to
compete against players that are the best in the
world, one has to give 110%.” True to his word,
he’s a fighter at the table, and everyone can see
it. Fist pumps, jumps, jogging in circles, audible
sounds (noting good and bad), and exaggerated
hand movements telling the fans exactly what
he’s thinking, these things are all part of his
on-court personality. He is always motivating
himself in matches. He is always a showman.
Keinath has attended the US Open every
year since 2002. He describes it as one of his
favorite tournaments. “Many of my friends
in the U.S. compete here. It is a lot of fun
for me. Most of the time I travel with five or
six friends from Germany to the tournament.
This time, I traveled with my girlfriend, Iveta
Klacanska. She is chopper and she has a
level from 120 to 150 in the world, but over
the last few years she has played no pro-tour
events because the Slovakia Association
has no money. She is also my trainer.”
When discussing why more top-rated
players don’t attend the US Open, Keinath
said that the US Open is a summer event and
that many players aren’t in tournament shape
year around and they take time to relax in
the summer. “Only I am table tennis crazy
enough to play the whole year. I love table
tennis too much, I just can’t stop. Every time
I come home to Germany, within three days
I feel bored and I start looking to see where
in the world there are tournaments. I am
currently averaging about 400 matches a year.
That is crazy.” He continued that some other
cities might be a better draw for top players
in the summer; “Top players liked to travel
to Fort Lauderdale before. I think California
would be a good place-- L.A. or San Diego.”
One of the hardest working players in the
sport, Keinath practices six hours each day
and is known for legendary workouts both on
the table and off. His website lists another
personal motto as, “no pain, no gain”. He
believes it important to practice against
a lot of different partners, and to include
multi-ball in workouts. He spends as much
as an hour a day with multiball drills. He
practices 80% at the table and the other 20%
is in the gym or running. He works very hard
to improve, and he believes he improves
a little bit each year. One of his goals is to
play in the Olympics. It may be a long shot,
but he is looking towards 2012 with hope.
Among players who have competed in
USATT sanctioned events over the last five
years, Keinath, with a USATT rating of 2817,
is now fourth on an elite list that includes
Alexandar Karakasevic (2835), Wang Bo
(2820), and Jean-Michel Saive (2819). He
changes equipment regularly, always working
to find the right combination for him at a
given time. He is currently using a JOOLA
Rossi Emotion blade, JOOLA Explode max
Photos by Steve Hopkins
Top seeded Thomas Keinath
(USATT Rating 2817, World No. 76)
rolled through the competition in
Milwaukee winning 36 of 42 games
on his way to winning titles in both
Open Singles and Over 30.
“to compete against
players that are the best
in the world, one has
to give 110%.”
on his backhand, and a variety of rubbers on his forehand
(at the Open he used Haifu rubber on the forehand side).
Keinath is a table tennis entrepreneur; he is a professional
player with two table tennis businesses that bear his name.
(Because foreign players’ names are regularly mispronounced,
we asked him how he prefers to hear his name; “I hear Thomas
from the people that do not know me... my friends and people
that know me say Tommy or Keini.”) Keinath’s table tennis
school is in Hanau and he noted that he helps train players from
all over the world. “Thomas-Keinath.de,” Keinath explains,
“is the website with information about my table tennis school
in Germany close to Frankfurt where I live.” KeinathSport
is his table tennis shop. “One of my best friends, my mom,
and my girlfriend work in the shop... and sometimes me.”
This year he entered the arena for the finals in an outfit
crowded with logos: Between his shirt and his shorts, there
were four JOOLA logos, a large Express (a JOOLA rubber)
logo, two KeinathSport logos, a large black rectangle with
Thomas-Keinath.de in bold letters across the center, and a
white banner advertising AlexTableTennis. And in describing
the AlexTableTennis banner on his shirt, he referred to
the owner, Alex Li, as his best friend in Canada, and he said
he wears that logo to both U.S. and Canadian tournaments.
One little-known fact about Keinath is that he is 80% deaf.
He said it affected what he feels on the court. It certainly
hasn’t negatively affected his results here in the U.S. Over
the last decade, Thomas has become a fixture at the US Open.
This year’s event marked his fourth straight appearance
in the Finals, and his second US Open Men’s Singles title.
Over the last three years, his matches have been memorable.
A year ago, he battled India’s Kamal in the final and held a
3-1 lead before ending up on the wrong side of an amazing
momentum change and comeback. In 2009 he wowed
crowds with a run to the title that included consecutive
wins over Romania’s Cioti (then World No.78), Canada’s
Wang (then World No.178), and Romania’s Crisan (then
World No. 33). And this year, two of the best matches of the
tournament were his win over Zhou Xin (7,-7,8,-8,8,-7,4)
and the win in the final over Wang Zhen (11,-9,9,-9,5,-8,7).
Sometimes Keinath’s movement on the court is an aerobic
workout in itself. As an example, from a score of 5-5 in the
seventh game of the US Open Final, Keinath’s actions between
points included half a dozen loud shouts of “YA”, four or five
big fist pumps, uncountable skips and steps as he jogged in place
until the moment before the next point began, two full-court
jogs to his corner during time-outs (where he continued to jog
in place), half a dozen jogging circles on his side of the table, a
nearly 360 degree mid-air turn, and a two hand flip. By the time
that aerobic workout was over, Keinath had secured his second
Open Singles title. We asked Keinath if he had ever fallen or
gotten injured with his trademark post-win flip - he laughed
and said he’s never fallen, and never been injured in his life.
Always ready, always focused, always moving. That’s Tommy.
“...my friends and people that
know me say Tommy or Keini”

Tomas Keinath gewinnt Joola-Turnier in Langenselbold
Dienstag, 25. Januar 2011
Thomas Keinath zeigte eine sehr gute Leistung in Langenselbold. (Foto: Günter Gottlieb)
Langenselbold. Die Turngemeinde Langenselbold hatte zu einem sehr feinen Tischtennisabend eingeladen. Zusammen mit Ausrüster Joola wurde in der Langenselbolder Tischtennishalle (!) an der Käthe Kollwitz-Schule ein sehr gut besetztes Turnier für alle Tischtennisfreunde veranstaltet. Es war mehr als Werbeveranstaltung des Hessenligisten TG Langenselbold gedacht und hatte auch Platz für Showeinlagen und amüsante Dialoge. Gespielt wurde auf zwei Gewinnsätze. So konnte das Turnier in 2 1/2 Stunden beendet werden.

Slobodan Grujic bringt Bewegung in den Langenselbolder Tischtennis. (Foto: Günter Gottlieb)
Natürlich stand Slobodan (Bobo) Grujic - Neuzugang bei der TG Langenselbold - an der Platte, Altmeister Jörg Rosskopf repräsentierte, interessant war auch Aruna Quadri aus Nigeria. Der Abwehrspieler Chen Weixing aus Österreich sorgte für gute Laune und klasse Ballwechsel. Daneben nahmen bei den Herren noch der Österreicher Daniel Habesohn und der ungarische Nachwuchsspieler Tamas Lakatos teil.

Ein hohes spielerisches Niveau brachte Ana-Maria Erdelji den Turniersieg. (Foto: Günter Gottlieb)
Auch die Damen waren vertreten und zeigten ansprechende Ballwechsel. Iveta Klacanska aus der Slowakei, Ana-Maria Erdelji aus Serbien, Petra Lovas (Ungarn), Petrissa Solja (Deutschland) und Xu Jie (Polen). Das Damenturnier gewann Ana-Maria Erdelji.
Thomas Keinath kam spiellos in das Halbfinale und konnte dort gegen Tamas Lakatos souverän bestehen. Doch im Endspiel stand ihm mit Chen Weixing eine harte Nuss gegenüber am Tisch. Weixing steht aktuell auf Platz 25 der Weltrangliste und gilt als weltbester Abwehrspieler. Dies zeigte er während des Spiels auch eindruckvoll. Die Zuschauer konnten lange, weite Ballwechsel über den ganzen Court bewundern. Tischtennis von seiner schönsten Seite.
Chen Weixing zeigte ein Kostprobe seines Könnens und forderte Thomas Keinath. (Foto: Günter Gottlieb)
Doch Thomas Keinath war auch gut aufgelegt und konterte bravourös. Im ersten Satz ging er schnell mit 8:3 in Führung, doch es wurde wieder eine Zitterpartie. Diesmal ging sie jedoch zu Gunsten von Keini aus. 13:12 endete der erste Satz. Der zweite Satz verlief dann von Anfang an ausgeglichener und an diesem Abend gab es das glückliche Ende (12:10) für den Hanauer Bub, der sich sichtlich über seinen Erfolg freute.
Anschließen machte Keini noch die Glücksfee und zog die Lose bei einer kleinen Lotterie, bei der es Tischtennisausrüstung zu gewinnen gab.
Ein gelungener Werbeabend für den Tischtennissport der etwa 150 Besucher in die Tischtennishalle lockte. Ein Plakat für das DTTL-Spiel der TG Hanau am Sonntag gegen Grenzau wäre dort gut angebracht gewesen. Doch vom Manager-Team der TG Hanau lies sich niemand in Langenselbold blicken.
Jedes Jahr etwas besser“ – Interview mit Hanaus Neuzugang Thomas Keinath
Was würdest Du rückblickend als die größten Erfolge Deiner bisherigen Tischtennis-Karriere bezeichnen?
T.K.: „Es gibt da viele, an die ich mich gerne erinnere, zum Beispiel den Sieg bei den US Open 2009 in Las Vegas, ebenso den 3. Platz im Einzel bei den Brazil Open und das Erreichen des Viertelfinales bei den China Open letztes Jahr. Stolz war ich auch darauf, bei der letzten WM in Japan unter die besten 32 gekommen zu sein. Etwas länger zurückliegend aber auch toll waren mein Einzelsieg bei den Finnland Open 2000, der 3. Platz mit Lars Hielscher im Doppel bei den Euros 2000 sowie natürlich Mannschafts-Bronze mit Deutschland bei der WM in England 1997.“
Welche Ziele hast Du noch in diesem Sport? Hast Du einen Weltranglisten-Platz, den Du unbedingt noch erreichen möchtest oder möchtest Du mal Deutscher Mannschaftsmeister werden?
T.K.: „Ich habe noch große Ziele, weil ich merke, dass ich jedes Jahr etwas besser werde. Ich glaube, meine besten Jahre werden noch kommen. Mein Ziel ist es, unter die besten 50 der Welt zu kommen. Nummer 53 war ich vor kurzem. Und ich stand knapp vor einem Platz unter den ersten 50 bei den Euros in Stuttgart. Ich habe gegen Crisan, damals Nummer 30 der Welt, 3:1 nach Sätzen geführt und dann leider im 7. Satz 9:11 verloren. Bei einem Sieg wäre ich schon unter den TOP 50 gewesen. Und mit Hanau möchte ich nun auch Großes erreichen und in der Champions League spielen. Gegen die besten Teams in Europa in der Main-Kinzig-Halle zu spielen, das wäre ein Traum – und er ist zu verwirklichen.“
Was hat für Dich letztlich den Ausschlag gegeben, Dich für die TGH zu entscheiden? Hattest Du weitere Angebote? Oder wärst Du in Frankreich geblieben, wenn Hanau nicht an Dich herangetreten wäre?
T.K.: „Mein Traum ist wahr geworden, in Hanau zu spielen. Hier sind meine Freunde, Familie und viele meiner Fans. Und auch mein Tischtennis-Shop und meine Tischtennis-Schule. Hier will ich versuchen, nun etwas Dauerhaftes aufzubauen. Und ich habe weniger Stress mit dem Fliegen und es ist nicht weit zum Training. Ich hatte noch andere Angebote, auch aus der DTTL, aber Hanau hat für mich gepasst wie nichts anderes.“
Man hört, es seien zähe Verhandlungen gewesen, um aus dem Vertrag in Angers herauszukommen, zudem hättest Du Deinen "Nachfolger" präsentieren müssen. Wen hast Du empfohlen?
T.K.: „Ich musste einen Nachfolger finden, der so in etwa meine Spielstärke hat wegen der Champions League. Er sollte so zwischen Platz 50 und 70 in der Welt liegen. Ich hab einige gefragt. Aber leider wollte man in Angers die ersten Kandidaten nicht. Für den Verein in Frankreich ist es, wie auch bei der TG Hanau, auch wichtig, dass der Spieler zum Team passt. Sie suchen Spieler, die einen guten Charakter haben und mit denen man sich vernünftig verständigen kann. Zum Glück habe ich dann den spanischen Chinesen He Zhi Wen gefunden – und der wurde akzeptiert.“
Hast Du in Frankreich besser verdient als künftig in Hanau oder bestand der Vorteil nur darin, dass Du dort weniger Spiele hattest und Dich mehr auf Deine internationalen Auftritte und die Tischtennis-Schule konzentrieren konntest?
T.K.: „Weil ich die Vorteile hier auch für meine Zukunft als Trainer und meinen Tischtennis-Shop nutzen will, fiel es mir nicht so schwer, auf etwas Geld in Hanau zu verzichten.“
Wie stark ist die französische Erste Liga im Vergleich zur DTTL?
T.K.: „Die DTTL ist schon sehr, sehr stark. Ich finde die Erste Liga in Frankreich aber sogar noch einen kleinen Tick stärker, jedenfalls von den Namen der Spieler her. Es spielen sehr viele von den besten 30 in der Welt mit. Aber die Leistung, die sie dort bringen, ist oft nicht so gut wie das Niveau, das in der deutschen Bundesliga gespielt wird. Das liegt auch daran, dass dort die meisten Spieler nur zu den Spielen einfliegen und oft direkt vom Flughafen in die Halle kommen und dann nicht gut vorbereitet sind. In Deutschland muss fast jeder Spieler vor Ort wohnen und geht dann unter optimalen Bedingungen in die Partien hinein.“
Für wie lange hast Du Dich an die TG Hanau vertraglich gebunden?
T.K.: „Ich habe einen Zwei-Jahres-Vertrag in Hanau erhalten, möchte aber gerne länger hier spielen.“
Du hast schon in sehr vielen hochklassigen Vereinen in Deutschland und im Ausland gespielt - was ist das Besondere an der TG Hanau?
T.K.: „Ich habe in fünf Vereinen Bundesliga gespielt. Aber ich hätte nie im Leben gedacht, dass vor meiner Haustür und direkt neben dem Krankenhaus, wo ich geboren bin, ein Bundesliga-Verein entstehen würde. Für mich ist es etwas ganz besonderes, auch weil hier alle meine Freunde und so viele Fans leben. Früher mussten alle immer weit fahren, wenn sie mich mal im Wettkampf erleben wollten, jetzt brauchen sie das nicht mehr.“
Manche halten Dich für einen Wandervogel im Tischtennis. Ist damit jetzt Schluss, soll die TGH eine langfristige Angelegenheit werden?
T.K.: „Ein Wandervogel will ich auf der Welt bleiben. Ich fliege unheimlich gerne zu Turnieren rund um den Globus. Aber mit dem Wechsel der Vereine soll endlich Schluss sein. Ich will gerne bis zum Alter von 42 Jahren spielen. Und nun immer in Hanau zu bleiben, das wäre mein Traum.“
Was willst Du mit der TG Hanau in den nächsten Jahren erreichen?
T.K.: „Ganz kurz und einfach: Ich will mit Hanau in die Champions League und in die Play-Offs um die deutsche Meisterschaft kommen.“
Bist Du eher Teamplayer oder Individualist?
T.K.: „Früher habe ich besser alleine auf Turnieren gespielt und bin in der Mannschaft immer etwas nervös gewesen. Seit ungefähr drei Jahren ist das aber anders, seitdem spiele ich auch im Team sehr gut.“
Wo liegen Deine Stärken und Deine Schwächen im Tischtennis? Kann man mit 32 Jahren seine Schwächen überhaupt noch abstellen?
T.K.: „Spielerisch kann man nicht mehr so viel umstellen. Aber man kann Neues lernen. Mein Kopf ist im Spiel noch nicht so gut. Deswegen brauche ich viele Wettkämpfe, um noch mehr Erfahrung zu sammeln.“
Welche Meinung hast Du von Trainer Helmut Hampl, unter dem Du ja schon seit vielen Jahren trainierst? Wie verstehst Du Dich mit ihm?
T.K.: „Helmut ist ein sehr guter Trainer mit vielen Jahren Erfahrung. Er ist immer noch hoch motiviert und kann die Spieler auch prima motivieren.“
Man hat immer noch den Eindruck, dass Du diesen Sport regelrecht lebst. Du bist einer der wenigen Profispieler, die regelmäßig in großen Tischtennisforen den Fans Rede und Antwort stehen, und suchst immer wieder den Kontakt zur Basis. Wäre ein Leben ohne Tischtennis für Dich überhaupt denkbar?
T.K.: „Ich kommuniziere gerne mit den Fans, weil ich auch wissen will, wie die Leute leben, die nicht so gut spielen wie ich, und welche Interessen sie haben. Jeder Mensch ist interessant. Es lohnt sich immer, das zu entdecken. Ohne Tischtennis könnte ich zur Not aber auch leben, da ich auch viele andere Interessen habe und für sehr vieles offen bin.“
Wird der Weltenbummler Thomas Keinath allmählich sesshaft? Spielt auch das Privatleben für Dich nun eine größere Rolle? Man hat Dich zuletzt in der Main-Kinzig-Halle mehrmals mit Deiner hübschen Freundin gesehen.
T.K.: „Solange ich fit bin, werde ich hart trainieren und auf Turnier-Reisen gehen. Das ist schon wichtig für mich, um mich wohl und glücklich zu fühlen. Das Privatleben hat aber für mich auch seinen Stellenwert, und das muss auch so sein.“
Interview: DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher
| Der Hanauer Bub kehrt in seine Heimat zurück |
 |
Keinath komplettiert den neuen Kader der Tischtennis-Bundesliga-Mannschaft der TG Hanau Die Brüder-Grimm-Städter können sich freuen. Mit dem Hanauer Bub Thomas Keinath glückte ein nicht für möglich gehaltener Transfer. Somit konnte eine ganz wichtige Identifikationsfigur für die Stadt und die Region vom Rhein-Main-Projekt „Aufschlag Hanau“ überzeugt werden. Der 33-Jährige Rechtshänder wird in der aktuellen Weltrangliste derzeit auf Position 67 geführt und verfügt über langjährige internationale Erfahrung. Mittlerweile mit einem slovakischen Pass ausgestattet gehört er mit zu den größten Weltenbummlern im Tischtennis. Seine Verpflichtung war schon seit langem angedacht, scheiterte aber am laufenden Vertrag von Keinath beim französischen Champions League Club Angers Vaillante TT, der ihn dann aber durch einen anderen Spieler ersetzen konnte und die Freigabe erteilte.
Zu seinen größten Erfolgen zählen u.a. die Medaillen bei den Europameisterschaften 2000 in Bremen im Doppel mit Lars Hielscher und der 3. Platz mit dem Deutschen Team bei den Weltmeisterschaften 1997 in England. Der ehemalige Schüler- und Jugendeuropameister will nun in Hanau langfristig an der Nachhaltigkeit des Rhein-Main-Projekts mithelfen und seine große Erfahrung einbringen.
Trainer Helmut Hampl zeigte sich hocherfreut: „Mit Thomas haben wir einen absoluten Kämpfertypen gewinnen können. Mit seinem emotionalen Spiel wird er die Zuschauer in Hanau begeistern. Zudem haben wir Hanau einen weiteren Sympathieträger beschert.“
„Thomas Keinath gehört zweifelsohne zu den - positiv gemeint - verrücktesten Personen im internationalen Tischtennis-Zirkus. Sein Standing in und um Hanau, seine langjährige Erfahrung und die Möglichkeit Thomas langfristig in unser Projekt einzubauen waren für uns letztlich ausschlaggebend den Transfer schon vor seinem eigentlichen Vertragsende umzusetzen. Einfach ausgedrückt: Dieser Mann hat Hanau noch gefehlt", so TG Hanau-Manager Johannes Herrmann |
| Thomas Keinath persönlich |
 |
|
Hallo liebe Fans und Freunde!
Heute habe ich eine große Überraschung für euch !
Ich werde wieder in Deutschland spielen für die TG in meiner Heimatstadt Hanau. Ich hoffe die TG Hanau schafft den Klassenerhalt und wir spielen nächste Saison in der DTTL, also erstklassig.
Ich habe sehr lange überlegt ob ich diesen Schritt machen soll, denn es hat mir sehr gut in Frankreich gefallen und auch der Verein Angers und die französischen Fans wollten mich eigentlich nicht gehen lassen.
Aber in Deutschland sind meine Freunde und Fans, meine TT-Schule und der TT-Shop. Und jetzt gibt es auch noch Bundesliga Tischtennis in meiner Heimatstadt Hanau, wo ich ja damals als Schüler beim TV Kesselstadt mit dem Tischtennis angefangen habe. Ich freue mich das ich mit der TG Hanau einig wurde und hoffe viele Fans kommen und sorgen für eine super Stimmung in der Halle. Als ich die Bundesliga verlassen habe, hatte ich für Würzburg in der Mitte eine 12:3 Bilanz und dann vorne 8:7 gespielt.
Die Reisen nach Frankreich fallen weg und ich kann mich ganz auf mein Training und auf meine TT- Schule und den Shop konzentrieren. Ein Weltenbummler bleibe ich trotzdem noch, da ich ja auch an der Pro Tour teilnehme und regelmäßig in die Slowakei fliege. Auch mein Lieblingsturnier die US- Open werde ich weiterhin spielen.
Es war schon immer mein Traum eine TT -Schule und den Shop in meiner Heimatstadt bzw. im Rhein-Main-Gebiet aufzubauen. Mittlerweile habe ich ein kleines Team aufgebaut und nette Leute die mir helfen. Wir werden bald eine Willkommens-Party machen, zu der ich dann alle Freunde und Fans einlade. Kinder, aber auch Erwachsene dürfen gerne ihre Tischtennisschläger mitbringen und ich spiele dann mit jedem und beantworte alle Fragen. In Kürze erhaltet ihr dann den Termin für die Party.
Viel Erfolg! Euer Keini
|
Zunächst roch es nach einer ganz knappen Angelegenheit und vor rund 400 Zuschauern in der Wilmingtonhalle wurden Erinnerungen an die beiden Europacup-Krimis vor zwei Jahren gegen den selben Gegner wach, bei denen es kein Happyend für die Osthessen gab. Doch der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell der Saison 2009/10 ist aus anderem Holz geschnitzt und glänzt durch unbändigen Siegeswillen und die Fähigkeit, auch in schweren Spielen und kritischen Phasen erfolgreich zu bestehen. Ein Wahnsinnsspiel gleich zu Beginn zwischen Wang Xi und dem "Hanauer Bub" Thomas Keinath, das mit mit einem hauchdünnen Sieg des hageren Chinesen im Zielfinish (12:10 in 5. Satz) endete.
Dazu der Kommentar eines in der Halle anwesenden Keinath-Fans: "Geniales Spiel, zwei Matchbälle von "Keini" im 5. Satz vergeben, aber es war schon sensationell. "Keini" hat ihm brutale und extrem platzierte Bälle reingehauen. Aber Wang Xi ist schnell wie ein Blitz."
Der knappe Erfolg von Fuldas Galionsfigur war offensichtlich die Initialzündung für den Maberzell-Express. Jetzt lief es richtig rund beim Ligaprimus: Robert Svensson schlug etwas überraschend den stärker eingeschätzten griechischen Defensivkünstler Panagiotis Gionis in 3:1 Sätzen. Die Fans gerieten in Verzückung, die sich noch steigerte, als "Tischtennis-Mozart" Jan-Ove Waldner ein gelungenes Comeback nach seiner auskurierten schmerzhaften Rippenprellung feierte und Ex-DTTB-Nationalspieler Torben Wosik in einem spannenden Klassespiel mit 11:6, 11:5, 9:11, 14:12 in die Schwanken wies, Nach exakt zwei Stunden hatte sich der DTTL-Spitzenreiter eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel gesichert - auch das Satzverhältnis (9:4) kann sich sehen lassen
Foto: GreimFoto: GreimEin Blick
in die Gesichter der rund 250
Zuschauer beim 2. internationalen
von Eon Mitte präsentierten
VR-Bank-Tischtennis-
Cup verriet alles: Die Besucher
fieberten während der Ballwechsel
kräftig mit, waren
sichtlich angespannt, drückten
Daumen und ließen ihren
Emotionen am Ende vieler
schier unglaublicher Ballwechsel
freien Lauf. Zumeist endete
dies in tosendem Beifall. Die
Bewunderung über die spektakulären
Leistungen der Akteure
war groß, die Gäste immer
wieder tief beeindruckt und
das regionale Tischtennis-
Großereignis damit ein absoluter
Erfolg. Den Sieg verbunden
mit 500 Euro Preisgeld sicherte
sich Bundesligaspieler Thomas
Keinath im Endspiel gegen Jörg
Roßkopf, der wie schon im
Vorjahr Vizemeister wurde.
Foto: GreimNico BeckLokalsport Mittwoch, 5. Oktober 2011(schmunzelt) Natürlich,
ich habe ja selbst viele
Jahre für die deutsche Nationalmannschaft
gespielt. Und
eine Woche später spiele ich
mit meinem Bundesligaverein
gegen Hanau, wo ich geboren
bin. Es stehen also ganz besondere
Wochen an.
In Deutschland war
ich nur die Nummer fünf oder
sechs. Aber um mir meinen
großen Traum, einmal bei den
Olympischen Spielen dabei zu
sein, zu erfüllen, muss ich zu
den besten drei gehören. Das
war in Deutschland nicht
möglich. Im April ist das Qualifikationsturnier
für die
Olympiade 2012 in London.
Ich habe schon in
über 40 Ländern auf Turnieren
gespielt. Das Reisen macht
mir sehr viel Spaß und ich
habe überall Freunde, auf der
ganzen Welt.
Ja, es ist meine Heimat.Insgesamt hatte ich
viel Glück, aber in Brasilien
wurde ich von Räubern und in
Prag von einem Taxifahrer mit
einem Messer bedroht. In
Miami wurde mein Auto komplett
ausgeräumt. Samt Schläger.
(nic)
|